Die „Montagsdebatte“ des Netzwerks Zeitgeschichte widmet sich am Montag, 9. Februar 2026, um 18.00 Uhr in der Berliner Humboldt-Universität der Frage, ob bzw. welche Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichen Krisen und Gefährdungen demokratischer Gesellschaften existieren.
Der Blick in die Geschichte zeigt, dass wirtschaftliche Krisen und Unsicherheit an den Börsen allein nicht zwingend in Diktaturen münden. Im Gegenteil, wirtschaftliche Auf- und Abwärtsbewegungen gehören zu Demokratien und stellen sie nicht notgedrungen vor existentielle Herausforderungen. Welche Voraussetzungen also müssen gegeben sein, um radikale politische Kräfte zu Nutznießern ökonomischer Krisen werden zu lassen? Wann entstehen Wut und Gegenwehr der Bürger und Bürgerinnen? Ab welchem Punkt werden Gefühle von Ausgrenzung und des „Zukurzkommens“ übermächtig und münden im Hang zu Autoritarismus, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie als vermeintliche Lösungen für die eigene als Misere wahrgenommene Lebenssituation? Auf welche Art verstärken antidemokratische Kräfte diese Tendenzen, befördern sie oder bringen sie gar erst hervor?
Nach einem Impuls des Wirtschaftshistorikers Werner Plumpe (Universität Frankfurt a.M.) diskutieren Moritz Schularick (Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, angefragt) und Nicola Fuchs-Schündeln (Leiterin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung) unter der Moderation des Wirschaftshistorikers Alexander Nützenadel (HU Berlin).
Die dritte Auflage der „Montagsdebatte“, dieses Mal zu dem übergeordneten Thema „Gefährdung der Demokratie? Geschichte, Gegenwart, Zukunft“ ist eine Veranstaltungsreihe des „Netzwerks Zeitgeschichte“ der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, das den wechselseitigen Austausch von Gedenkstätten, Forschung und Zivilgesellschaft fördert. Die „Montagsdebatte“ wird von der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt.
Die letzte Montagsdebatte in diesem Wintersemester widmet sich am 23. März 2026 Unterschieden von Demokratiegefährdungen in Ost- und Westdeutschland.
Die Veranstaltungen werden aufgezeichnet und später auf dem Portal L.I.S.A. der Gerda Henkel Stiftung abrufbar sein.
Information: www.netzwerk-zeitgeschichte.de
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