Otilie, ick hör dir trapsen

Ein Memo-Spiel

Wie eine Großtrappe den Weg in die Landeszentrale fand und was bei der Entwicklung von Spielen zu beachten ist. In diesem Beitrag gibt es Tipps.

Alles begann mit unserem Wandkalender. Ende 2019 hatten wir dafür einen Motivwettbewerb ausgelobt und bekamen viele gute Entwürfe. Einer stach besonders heraus.

Verena Schulz, eine Studentin der Potsdamer Fachhochschule, hatte sich als Motiv eine Großtrappe ausgesucht. Der putzige Vogel wollte, bevor er ausstirbt (es gibt nur noch rund 300 Exemplare in Deutschland, die meisten davon in Brandenburg) noch allerhand erleben. Im Spreewald paddeln, eine Kampfsportart lernen, eine neue Frisur ausprobieren und dabei viele Orte in Brandenburg besuchen. Auf unseren Wandkalender hat es die Trappe nicht geschafft, aber uns war klar, dass sie zu schade ist, um als Entwurf zu versauern.

Was also tun? Wir spielten uns den Ideenball hin und her und merkten schnell, dass spielen Spaß macht. Wieso also nicht ein Gedächtnisspiel zu Brandenburg, um Informationen über das Land zu vermitteln. Die Idee zu einem Memory war geboren. Zwei Karten, die zusammengehören: die eine mit einem Bild und die dazu passende mit Bild und einem kleinen Erklärtext. Das kann funktionieren.

Und jetzt ein wichtiger Hinweis für alle, die selbst ein Spiel entwickeln wollen!

Vorher genau hinschauen, wie das Spiel heißen soll und gut recherchieren. Memorys werden nur von Ravensburger hergestellt. Sie haben das Spiel vor über 60 Jahren zum ersten Mal so genannt und sich den Namen rechtlich schützen lassen. Unsere Druckerei wusste das und hat uns darauf hingewiesen. (Daaanke liebe Druckerei Nauendorf!)

Schnell einigten wir uns auf 28 Stichwörter und kurze Texte. Wir wollten möglichst viele Seiten von Brandenburg abdecken, mit der tiefen Überzeugung, dass wir einige wieder rauswerfen, wenn die Zeichnung nicht passt oder es insgesamt nicht funktioniert. Verena Schulz hatte ein ausgezeichnetes Gespür, wie wir bestimmte Informationen transportieren konnten.

Die Größe des Spiels, seine Verpackung und Haltbarkeit mussten als Nächstes geklärt werden. Die Karten mussten etwas größer sein, sodass der Text noch gut lesbar ist. Wir haben Prototypen ausgeschnitten und probegelegt, bis wir unser Format hatten. Wir haben auf eine barrierearme Schrift geachtet. Das heißt, sie ist leichter zu lesen, als eine verschnörkelte. Das ist sowohl bei Sehschwächen wichtig, aber auch für Menschen, die gerade mit dem Lesen beginnen oder Schwierigkeiten beim Lesen haben.

Lesetipp

Brandenburg Memo
© BLPB

Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung

Brandenburg Memo

In diesem Memo-Spiel führt eine Großtrappe durch Brandenburg. So kann man lernen, wie Brandenburgs Flagge aussieht, wo es nachts am dunkelsten ist und wie hoch unser höchster Berg ist.

Von der Idee bis zur Fertigstellung hat es acht Monate gedauert. 28 Kartenpaare sind es geworden. Bei diesem Umfang kann das Brandenburg Memo von bis zu acht Personen gespielt werden. Es kann sowohl im schulischen als auch im privaten Bereich eingesetzt werden. Und - das Endprodukt ist ganz und gar brandenburgisch. Es kann ab sofort bei uns im Buchshop bestellt werden.

Einen Namen hat unsere Trappe übrigens noch nicht. Wir haben überlegt und konnten uns nicht zwischen Effi, Hugo und einer Umwandlung des lateinischen Namens Otis tarda entscheiden. Otis oder Otilie klingen doch aber wirklich nicht schlecht.

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Katrin Marx

Katrin Marx ist Publikationsreferentin in der Landeszentrale.

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