Blaue Wimpel im Sommerwind

Ferienlager in der DDR

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Wir bitten um Beachtung! Am 16. Juli kann wegen eines Workshops in der Landeszentrale nur ein Teil der Ausstellung besucht werden.

Sommerzeit – Ferienlagerzeit. So erinnern sich heute noch viele an ihre Kindheit in der DDR. Es sind die Erinnerungen an blaue Wimpel im Sommerwind, an Neptunfest und Nachtwanderung, an den ersten Kuss und auch an Heimweh. Bereits 1949, im Gründungsjahr der DDR, wurden staatlich organisierte Kinderferienlager durchgeführt. In über 5.000 Betriebsferienlagern und 48 Zentralen Pionierlagern verbrachten bis 1989 jährlich rund eine Million Kinder ihre Ferien. Hunderte befanden sich allein auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg.

Auch die Ferien- und Urlaubszeit von Kindern und Jugendlichen wurde vom SED-Staat zur sozialistischen Erziehung genutzt. Pionierhalstuch und Pionierbluse, Kinder in Uniform, Fahnenappell und Geländemarsch waren Bestandteile der staatlich gelenkten Sozialisation von Kindern und Jugendlichen.

Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Ferien- und Pionierlager in der DDR an Beispielen aus dem Gebiet des heutigen Brandenburgs. Sie betritt damit den Raum zwischen persönlicher Erinnerung und wissenschaftlicher Forschung.
 

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Kommentare

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Diese Ausstellung sollte auch in Berlin gezeigt werden!! War 13 Jahre Gruppen-
und Delegationsleiter im Kinderferienlageraustausch in Polen.
Mit besten Grüßen von Arno Kiehl 13086 Berlin

Ich finde die Texte der Ausstellung sehr gelungen: Sie beschreiben die Ferienlager jenseits von Ostalgie einerseits und pauschaler DDR-Verurteilung andererseits . Und ja, sie haben bei mir Erinnerungen an die weniger schönen Seiten der Ferienlager wieder wach gerufen. Während mir bisher eher die Bilder von Disko, Neptunfest und Liebeleien in den Kopf kamen, wenn ich an meine Zeit im Ferienlager dachte, so erinnere ich mich jetzt auch wieder an nervige Fahnenappelle, langweilige Betriebsbesichtigungen, mehrstündige Lagerwachen und Schießübungen mit dem Luftgewehr (die ich damals cool fand). Viele dieser Dinge, die den Alltag von Kindern und Jugendlichen in der DDR durchdrangen, sind in Vergessenheit geraten , eben weil sie so normal waren und man sie als notwendiges Übel hingenommen hat.
Vermutlich dürfte die politische Indoktrination in Betriebsferienlagern eine deutlich geringere Rolle gespielt haben als in Pionierlagern. In welchem Ausmaß entsprechende Vorgaben umgesetzt wurden (ob nun in der Schule oder im Ferienlager), lag immer im Ermessen der jeweiligen Verantwortlichen. Entsprechend unterschiedlich können die Erlebnisse und Erinnerungen sein. Bei allem Guten, was die DDR mit den Ferienlagern ihren Kindern geboten hat: Man darf negative Aspekte nicht einfach leugnen, nur weil man sie nicht selbst erlebt hat oder sich nicht mehr daran erinnert.

Ich dachte, das ich mich allein kritisch mit dem Artikel in der Zeitung und der Ausstellung auseinandersetze. In der Zeitung war ich fast allein. Ich habe mir die Ausstellung bereits angeschaut und in sehr enttäuscht. Deshalb möchte ich noch einmal hingehen und um ein Gespräch zu bitten. Ich bin gut vorbereitet. 0

Danke für den Gedankenaustausch zu Ihrer Ausstellung. Leider gehen unsere Meinungen zu einer wissenschaftlichen Aufarbeitung weiterhin weit auseinander. Die Differenzierung der einzelnen Lager ist z. B. falsch beschrieben. Lager der Wehrerziehung gehören nicht zur Sommerferiengestaltung. Der Begriff SPEZIALLAGER ist wohl historisch völlig FALSCH im Sprachgebrauch. Weitere Hinweise wurden als kleinteilig gegenüber den wissenschaftlichen Erkenntnissen abgewiesen. Schade wenn die Recherche ohne Erinnerungen Beteiligter erfolgte. Frau Irmscher ich Pflichten Ihnen bei.

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für Ihren Besuch. Wenn Meinungen auseinander gehen, belebt das die Diskussion und die ist bei uns im Haus eindeutig erwünscht. Wir danken Ihnen für die Denkanstöße, die Sie uns durch Ihre persönliche Sicht gegeben haben. In der Ausstellung wird jedoch nicht von Speziallagern gesprochen, sondern ausschließlich von Spezialistenlagern, die es für die unterschiedlichsten Bereiche wie zum Beispiel Musik oder Mathematik gab.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Landeszentrale

Die Betriebskinderferienlager lagen in voller Verantwortung und Finanzierung auf dem Tisch des jeweiligen Betriebes und alle Kinder von Betriebsangehörigen im lagerfähigem Alter konnten teilnehmen. Die Pionierlager waren in der Verantwortung der Pionierorganisation. Hier wurden aus den verschiedenen Schulen Junge Pioniere ausgewählt. Die Texte zur Ausstellung sind der blanke Hohn und eine Verunglimpfung der Arbeit der Menschen, die in den vielen Jahren mit viel Liebe und Kreativität den Kindern 2 wunderschöne Wochen gestaltet haben. Was ist übrigens eine staatlich gelenkte Sozialisation? Meinen Sie damit den Gemeinschaftssinn und die Solidarität unter den Menschen, etwas, was wir heute sehr vermissen? An die Adresse der Urheber dieser Ausstellung: Nehmen Sie eine große Wand und je ein Foto eines Ferienlagers. Sie werden erstaunt sein, wie sich die Relationen zwischen Neptunfest und Gasmaske verändern (5000:1). Noch ein Hinweis: Forschen Sie zukünftig tiefgründiger, objektiv und angemessen.

Sehr geehrte Frau Irmscher,

vielen Dank für Ihre Wortmeldung. Uns war beim Erarbeiten der Ausstellung bewusst, dass sie unterschiedliche Reaktionen hervorrufen wird. Sie können versichert sein, dass wir tiefgründig und wissenschaftlich valide geforscht haben.

Haben Sie sich die Ausstellung schon angesehen oder beziehen Sie sich auf den Artikel in der MAZ, der die Überschrift „Neptunfest und Gasmaske“ trug? Der Artikel wird der Ausstellung und auch dem Thema Ferienlager leider nicht gerecht. Unsere Ausstellung behandelt auf 16 Thementafeln die unterschiedlichsten Aspekte der Ferienlager, ihre Entstehung, die inhaltliche Ausrichtung und auch ihre Spezialisierung in Pionier- und sogenannte Spezialistenlager. Dabei stehen die Freude und der Spaß aller Akteure ganz klar im Vordergrund, aber Ferienlager waren eben auch Teil der staatlichen Erziehung und unterlagen staatlichen Vorschriften. Welche das waren und wie weit diese Einfluss genommen haben, können Sie sich gern bei uns im Haus anschauen. Auf 120 Fotos zeigen wir den Alltag in den Ferienlagern, auch abseits von Neptunfest und Gasmasken. Ehemalige Lagerleiter, die ebenfalls den Zeitungsartikel gelesen haben, waren schon hier und haben uns, nachdem Sie die Texte gelesen haben, versichert, dass wir das Thema ausgewogen dargestellt haben. Sollten Sie anderer Meinung sein, hören wir uns Ihre Argumente gern auch in einem persönlichen Gespräch an. Kommen Sie gerne vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihre Landeszentrale

 

Dieser Artikel zeigt wieder ganz deutlich - in der DDR war ALLES Schei...
Und genau das ist es, was uns Ossis aufregt.
Wir haben die DDR erlebt, wissen wie es war, mit Höhen und Tiefen, unbestritten,
aber es ko... uns an, wenn uns von Leuten, die gar nicht dabei waren, ständig gesagt bekommen, "wie es wirklich war."
Das ist einfach nur traurig. Bei jeder historischen Betrachtung kommt am Ende immer das negative auf den Tisch. Wie oft wird man denn in der gelobten Demokratie über den Tisch gezogen. Die sozialen Unterschiede steigen rasant. Man stelle sich mal vor, das wäre auch alles, was in hundert Jahren von der Demokratie bleibt. Wie würden das die Macher solcher Ausstellungen finden? Würden sie sich und ihre Erinnerungen so sehen?
Also, die DDR Ferienlagen waren eine tolle, für Kinder einfach nur eine schöne Sache, die den Gemeinschaftssinn und die Zusammengehörigkeit gefördert haben. Punkt. Da könnte unsere Gesellschaft zur Abwechslung mal was von der DDR lernen.
(Das Lager der Stasifunktionäre kannten wir nicht. Wird es schon gegeben haben, wie die Fotos zeigen. Na und. Hat uns nicht tangiert.)
Das mindert nicht die Freude, die wir in den Ferien hatten, und das sogar ganz unpolitisch! Ich muss es wissen. Ich war oft genug dabei!!
Unabhängig davon. In der DDR wurden Kindern auch noch ganz normale menschliche Werte vermittelt. Man lese sich z.B. nur mal die Pioniergesetze durch. Was war daran wieder schlech? Heute vermisst man so etwas eher.
Ich hoffe, man wird in hundert Jahren die Geschichte objektiver betrachten.

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