Anti-Antifa

Dabei handelt es sich um eine Selbstbezeichnung in der rechten Szene. Als Teil der Anti-Antifa bezeichnen sich Rechtsextremisten, wenn gezielt gegen „politische Gegner“ vorgegangen wird. Die Anti-Antifa agiert durch Recherchearbeit, gezielte Einschüchterung und tätliche Angriffe. Ihr Ziel ist es, politische Gegner von der Arbeit abzuhalten und ihren Widerstand zu brechen. Potentielle Opfer der Anti-Antifa-Strategie sind Journalisten, Politiker und engagierte BürgerInnen. Als Teil der Anti-Antifa sehen sich neben gewaltbereiten Neonazis auch Teile der intellektuellen Rechten.

Zu den Strategien der Einschüchterung gehört die gezielte Erfassung von politischen Gegnern auf Namenslisten im Internet. Diese werden mit Fotos von Demonstrationen und weiteren im Internet verfügbaren Informationen wie Adresse, Vereinsmitgliedschaften usw. ergänzt. Dieses Vorgehen wird auch als Outing-Strategie bezeichnet. Auf der Basis dieser Informationen können militante Rechtsextreme einschüchternde Botschaften im Briefkasten hinterlassen oder den Betreffenden auf seinem Heimweg abpassen. Auch Anschläge auf linke Jugendclubs, Zeitungsredaktionen und Büros politischer Organisationen gehen auf das Konto der Anti-Antifa. Besonders aktiv bei der Anti-Antifa sind die Autonomen Nationalisten.

Entstanden ist die Anti-Antifa Anfang der 1990er Jahre während der Restrukturierung der rechten Szene. Als geistiger Vater wird der Hamburger Neonazi Christian Worch genannt, der auch beim Aufbau der Freien Kräfte und Autonomen Nationalisten führend war.

Lesetipp

Julia Ebner

Radikalisierungsmaschinen

Julia Ebner verfolgt hauptberuflich Extremisten, sie hat zwölf radikale Gruppierungen quer durch das ideologische Spektrum näher untersucht und macht durch die vielen Beispiele Radikalisierung fassbar.


Bei der Neonazi-Demonstration zum 8. Mai 2012 in Königs Wusterhausen haben rechte Aktivisten gezielt Teilnehmer der Gegenkundgebung fotografiert. Die Sicherheitskräfte der Polizei verhinderten diese Informationsbeschaffung der rechten Szene nicht. Bis zu ihrer Abschaltung 2012 wurden solche Ergebnisse auf der Seite „NWBerlin“ veröffentlicht und so vielen Rechten zugänglich gemacht.


kb, Oktober 2013

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