Wie feiert man Geburtstag in einer Pandemie?

Brandenburg feiert dieses Jahr seinen 30. Geburtstag und wir haben aus diesem Anlass eine Ausstellung vorbereitet. Weil wir gerne mit Brandenburgerinnen und Brandenburgern feiern wollten, aber die Gesundheit Vorrang hat, haben wir uns etwas Besonderes überlegt und so die erstaunlichsten Geschichten erfahren. 

Brandenburg feiert dieses Jahr seinen 30. Geburtstag und wir haben aus diesem Anlass eine Ausstellung unter dem Titel „Wir sind Brandenburg. 1990 – 2020 – 2050“ vorbereitet. Letzte Woche haben wir sie eröffnet. Weil wir gerne mit Brandenburgerinnen und Brandenburgern diesen Anlass feiern wollten, aber die Gesundheit Vorrang hat, haben wir uns etwas Besonderes überlegt: Eine Feier im Schichtsystem, also vier Termine mit jeweils zehn Gästen.

So haben wir geschafft, ganz verschiedene Gruppen anzusprechen: Zwei Monate war die jüngste, 85 Jahre die älteste Besucherin alt, sie sind Landtagsabgeordnete, Museumsprofis, Stammpublikum, in Elternzeit oder Kolleginnen. Einige von ihnen hatten im Vorfeld der Ausstellung Fotos und Geschichten eingeschickt, die jetzt in der Ausstellung zu sehen sind, oder haben uns ein Ausstellungsstück wie die Einladungskarte zur Eröffnung des Flughafen Berlin-Brandenburg 2012 geliehen.

Als wir nach der Begrüßung gemeinsam einen Ausstellungsrundgang machten, erzählten die Besucherinnen und Besucher die erstaunlichsten Geschichten, angeregt von den Tafeln. So berichtete zum Beispiel ein Neu-Brandenburger, der in den 1960er Jahren seinen Militärdienst in Bayern ableistete, dass dort das Lied „Märkische Heide“ gesungen wurde, obwohl die Mark hinter der Mauer lag. Nach 1990 konnte er die Textkenntnisse dann in Brandenburg gut gebrauchen. Eine andere Besucherin schilderte den Aufbau der Landesverwaltung 1990/91, wo die Aufgaben täglich wechselten, und wie sie selbst zum Landtag abgeordnet wurde, wo sie bis heute arbeitet.

Aber nicht nur die Geschichten unserer Besucherinnen und Besucher über die vergangenen dreißig Jahre sollen die Ausstellung füllen, sondern auch Ihre Ideen und Wünsche für die Zukunft. So wächst nach und nach eine ganze Wand voll Zukunftsvorstellungen. Wenn auch Sie eine Reise durch die letzten dreißig Jahre Brandenburg machen wollen, lernen möchten, wie man eigentlich ein Bundesland gründet und Ihre Zukunftswünsche an unserer Wand hinterlassen wollen, besuchen Sie die Ausstellung.

Gerne können Sie sich dazu auch den öffentlichen Führungen am 11.11., 24.11. oder 8.12. anschließen. Da die Ausstellung noch bis 30. Juni 2021 in der Landeszentrale zu sehen ist, haben Sie noch viel Zeit, Ihren Besuch zu planen.

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Karen Bähr

Karen Bähr ist in der Landeszentrale zuständig für Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit. Sie kommt aus dem Brandenburger Speckgürtel, hat schon israelische Seniorinnen betreut, Bildungsarbeit in einer niedersächsischen Gedenkstätte gemacht, Erfurter Studierende unterrichtet und österreichische Archive durchforstet – und nun ist sie wieder da, um Sie mit Ausstellungen, Lesestoff und Kugelschreibern zu versorgen.

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