Warum ich unbedingt Erzieher werden will

Bei der Arbeit habe ich das Gefühl, mit meinem Beruf einen wichtigen Beitrag für unsere Zukunft und die Gesellschaft zu leisten. Das klingt vielleicht komisch, aber es ist genau mein Punkt.

Karl Julius Weber konnte Dinge auf den Punkt bringen. Der Schriftsteller, der vor mehr als 200 Jahren lebte, hatte noch dazu Humor. Als Erzieher gefällt mir eine Anmerkung von ihm natürlich besonders:

„Zum Erzieher muss man eigentlich geboren sein wie zum Künstler“.

Warum möchtest du unbedingt Erzieher werden? Diese Frage haben mir nicht nur meine Fachlehrer am Anfang meiner Ausbildung gestellt, sondern auch viele meiner Freunde und Familienmitglieder. Schon früh stand für mich fest, dass ich Erzieher werden möchte. Deshalb habe ich verschiedene Praktika gemacht und dabei gemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit mit Kindern macht. Ich bin mir sicher, dass mich kein anderer Beruf so erfüllen kann.

Bei der Arbeit habe ich das Gefühl, mit meinem Beruf einen wichtigen Beitrag für unsere Zukunft und die Gesellschaft zu leisten. Das klingt vielleicht komisch, aber es ist genau mein Punkt: Ich möchte für die Kinder ein Wegbegleiter sein und ihnen den Raum bieten, den sie benötigen, um sich frei zu entfalten. Es gibt schon tolle pädagogische Konzepte. Besonderen Spaß macht es mir, diese umzusetzen und auf der Arbeit gemeinsam neue Projekte zu planen.

Lesetipp

Jeder Tag im Kindergarten ist aufregend. Es gibt zwar eine feste tägliche Routine: Frühstück, Mittag und Vesper, Mittagsruhe und Zeit zum Spielen. Langeweile kommt in meinem beruflichen Alltag aber trotzdem nicht auf, denn die Kinder gestalten jeden Tag anders.

Meine Tante war Erzieherin. Sie spielte bei meiner Entscheidung, eine Ausbildung zum Erzieher zu machen, eine ganz wichtige Rolle. Sie und meine Eltern haben mich unterstützt, meinen großen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen. Auch meine Freunde haben sehr positiv reagiert. Das war schon ein gutes Gefühl.

2018 habe ich dann meine Fachhochschulreife im Bereich Sozialwesen begonnen und 2020 abgeschlossen. Die Fachhochschulreife ist neben der Ausbildung zum Sozialassistenten eine Möglichkeit, um zur Erzieherausbildung zugelassen zu werden. Nun bin ich in der dreijährigen Ausbildung zum Erzieher. Vielleicht ist es so, weil es mein Traumberuf ist, aber ich mag alles an der Ausbildung, sowohl den schulischen als auch den praktischen Teil in der Kita. Ich fühle mich als Auszubildender mit meinen Ideen und Vorstellungen ernst genommen.

Vorurteile ärgern mich

Als Erzieher habe ich aber auch mit Vorurteilen zu kämpfen. Eines der bekanntesten ist, dass Erzieher den ganzen Tag nur basteln oder spielen. Das ärgert mich, denn gerade Bastelarbeiten fördern die Kreativität der Kinder und tragen in großem Maße zu einer Verbesserung ihrer grob- und feinmotorischen Fähigkeiten bei. Ja, auch einen Stift richtig zu halten, braucht Übung.

Niemand hört gern, wenn die eigene Arbeit herabgesetzt wird. Und natürlich ist es immer schwer für mich, mit Vorurteilen konfrontiert zu werden, besonders wenn sie von Freunden kommen. Ich fange dann an, meine Arbeit zu hinterfragen und stelle dabei jedes Mal fest, dass bei Weitem mehr als nur Basteln oder Spielen zu meinen Aufgabenbereichen gehören. Das sage ich meinen Freunden dann auch offen.

Ein großer Wunsch von mir wäre es, dass wir weg von diesen Vorurteilen kommen und (nicht nur) den Erziehern mehr Verständnis und Vertrauen entgegenbringen.

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Jeremie J. Tille

Jeremie J. Tille wohnt in Pritzwalk und macht gerade seine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher. Er ist Mitglied im Jugendforum Prignitz und Organisator des CSD Prignitz. 

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