Weltkrieg

Als Weltkrieg bezeichnet man einen gewaltsamen Konflikt mit einer großen geografischen Ausdehnung. Dabei versuchen Bündnissysteme unter Anstrengung aller Mittel politische, wirtschaftliche, ideologische und/oder auch militärische Interessen durchzusetzen.

Bei der Begriffsbestimmung kommt es hauptsächlich darauf an, welche Zusammenhänge sich mit dem Begriff „Welt“ verbinden. Historiker beschreiben auch die Kriege zwischen Sparta und Athen im 5. Jahrhundert vor Christus oder die napoleonischen Kriege seit dem Ende des 18. Jahrhunderts als Weltkriege. Auch der Kalte Krieg wird gelegentlich als Weltkrieg dargestellt. Es kommt also darauf an, was die handelnden Personen der Epoche als „Welt“ begreifen.

Mit den Ordnungszahlen „Erster“ und „Zweiter“ Weltkrieg werden in der Geschichtsforschung die Kriege zwischen 1914 und 1918 (Erster Weltkrieg) sowie 1939 bis 1945 (Zweiter Weltkrieg) bezeichnet, die ihren Ursprung in Europa hatten. Diese Kriege weiteten sich während ihres Verlaufs zu Weltkriegen aus.

Lesetipp

Während des Ersten Weltkriegs kämpften die Mittelmächte gegen die Alliierten (auch Entente-Mächte genannt). Die Mittelmächte waren das Deutsche Kaiserreich und Österreich-Ungarn, später kamen die Türkei und Bulgarien hinzu. Die Alliierten bestanden aus Frankreich, Belgien, Großbritannien, Russland, Montenegro, Serbien, Portugal und Japan, später kamen die USA, Italien, Griechenland und Rumänien hinzu. Schätzungen zufolge forderte der Krieg insgesamt rund  27 Millionen Opfer.

Während des Zweiten Weltkriegs kämpften die Achsenmächte Deutschland, Italien und Japan gegen alliierte Truppen aus Frankreich, Großbritannien, Polen, der Sowjetunion, den Vereinigten Staaten von Amerika, China und vielen weiteren Ländern aus der ganzen Welt. Mit geschätzten 55 Millionen bis 60 Millionen Toten verdoppelte sich die Zahl der Opfer im Vergleich zum Ersten Weltkrieg.

Lesetipp

Als Weltkriege werden diese gewaltsamen Konflikte vor allem deshalb bezeichnet, weil Kampfhandlungen zwischen den Kriegsparteien auf mehreren Kontinenten stattfanden.

In Europa hat zuletzt der völkerrechtswidrige Überfall russischer Truppen auf die Ukraine im Februar 2022 zahlreiche Vergleiche mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs hervorgerufen.  Der deutsche Überfall auf Polen am 1. September 1939 hatte sich in der Folge zu einem Weltkrieg ausgeweitet.

Auch im heutigen Land Brandenburg fanden während des Zweiten Weltkriegs Kampfhandlungen statt. Die Schlacht um die Seelower Höhen eröffnete im April 1945 die Schlacht um Berlin und forderte insgesamt mehr als 80.000 Opfer. Eine Gedenkstätte erinnert an die Kämpfe und gehört zu den kulturellen Denkmälern des Bundeslandes. Erinnert werden Brandenburgerinnen und Brandenburger an den Zweiten Weltkrieg auch durch zahlreiche Bombenfunde, die in den Ballungsgebieten immer wieder zu großflächigen Evakuierung führen, damit die Bomben entschärft oder kontrolliert gesprengt werden können.

BLPB, Dezember 2014 (zuletzt aktualisiert Februar 2022)

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