Sozialstaat

Hilfe in der Not und soziale Gerechtigkeit

Deutschland ist ein Sozialstaat. Das bedeutet, der Staat ist verpflichtet, für soziale Sicherheit und Gerechtigkeit zu sorgen.

Illustration: Sozialstaat
© BLPB/Großstadtzoo

Im Grundgesetz steht, der deutsche Staat ist demokratisch und sozial. Das gilt für den Bund und für die Bundesländer. Die Bundesregierung, die Landesregierungen und der Gesetzgeber (Bundestag, Landtage) müssen dafür sorgen, dass Menschen in Not unterstützt werden und soziale Ungleichheiten nicht dazu führen, dass sie vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind. 

Dafür gibt es verschiedene Regeln und Systeme. Ein zentrales Element des Sozialstaats ist die gesetzliche Sozialversicherung. Sie sichert einen Großteil der Bevölkerung gegen Lebensrisiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Invalidität, Arbeitsunfälle sowie Berufskrankheiten ab und ist eine Absicherung für das Alter. Arbeitgeber, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen einen bestimmten Teil ihres Gehalts in verschiedene Versicherungen ein. Auch die Arbeitgeber zahlen einen Teil.

Sehhilfe
 
Icon Sozialstaat
© Großstadtzoo
Im Sozialstaat wird Geld von den Wohlhabenden zu den Bedürftigen verteilt, um für alle ein menschenwürdiges Leben zu garantieren.

Wer mehr verdient, zahlt höhere Beiträge (Solidarprinzip). Erwerbstätige und Auszubildende sehen auf ihrem Gehaltszettel, wie viel Beiträge sie für die verschiedenen Säulen der gesetzlichen Sozialversicherung zahlen:

  • Krankenversicherung,
  • Arbeitslosenversicherung,
  • Rentenversicherung,
  • Pflegeversicherung.

In die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur der Arbeitgeber. Es ist Pflicht, Mitglied in einer Krankenversicherung zu sein. Jeder Mensch in Deutschland hat Anspruch auf eine medizinische Grundversorgung. Für Geflüchtete und Asylsuchende übernimmt der Staat die Kosten für eine medizinische Behandlung.

Neben der gesetzlichen Sozialversicherung gibt es staatliche Sozialleistungen wie Kindergeld, Elterngeld, Wohngeld oder Grundsicherung. Diese werden aus Steuern finanziert. Über den Sozialstaat gibt es unterschiedliche Meinungen in Deutschland. Einige möchten staatliche Sozialleistungen kürzen, andere warnen davor und weisen darauf hin, dass immer mehr Menschen von Armut betroffen seien, während im Verhältnis dazu wenige Menschen über viel Geld verfügten.

 

Armut in Brandenburg

Trotz wirtschaftlicher Fortschritte ist Armut in Brandenburg ein wichtiges Thema. Kinder, Alleinerziehende, Ältere und Menschen, die längere Zeit ohne Arbeit waren, sind besonders häufig von Armut betroffen.

Eine Textkachel, darauf steht der Titel der aktuellen Folge des Podcasts "Was ist da los? Über Politik und Gesellschaft". Der Titel lautet: Was bleibt - Arm im Alter.
© BLPB
Podcast

Was bleibt - Arm im Alter

Die Fotografinnen erzählen, wie es zum Projekt kam, welche Herausforderungen ihnen dabei begegnet sind und was es mit ihrem Verständnis von Armut gemacht hat.

 

Lesetipp

Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung

Was bleibt

Armut im Alter wird in Brandenburg politisch und gesellschaftlich weiter an Bedeutung gewinnen. Die drei Fotografinnen Astis Krause, Stephanie Neumann und Julia Otto haben seit 2019 neun Menschen aus dem Land Brandenburg und darüber hinaus in ihrem Alltag begleitet. Sie haben mit diesen Menschen Gespräche geführt und sie fotografiert. Entstanden ist eine Dokumentation auf Augenhöhe über Menschen, die statistisch als armutsgefährdet gelten.

Lesetipp

Cremer, Georg

Alles schrecklich ungerecht?

Georg Cremer, ehemaliger Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, widmet sich den populären und emotional geführten Debatten rund um den deutschen Sozialstaat. Er beleuchtet kritisch gängige Mythen und Halbwahrheiten zu Themen wie Hartz IV, Altersarmut und die Kosten der Zuwanderung. Das Buch klärt über die tatsächlichen Fakten auf und zeigt, wie soziale Gerechtigkeit in Deutschland wirklich funktioniert.

BLPB, Januar 2026

Linktipps

  • Ehrenamt statt Sozialstaat?

    Bürgerschaftliches Engagement ist in der Demokratie unverzichtbar. Diese Ressource wird aber missbraucht, wenn sie dazu dient, die schwindende Finanzkraft von Kommunen, Bildungssektor oder Pflegeinstitutionen zu kompensieren.

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