Metropol Verlag, 2025, 247 Seiten
Die Publikation "Das graue Elend von Potsdam" widmet sich der sowjetischen Nutzungsphase des historischen Justiz- und Haftortes in der Lindenstraße von 1945 bis 1952. Nach dem Krieg beschlagnahmte der sowjetische Geheimdienst das Areal und nutzte es als überregionales Sammel-, Untersuchungs- und Durchgangsgefängnis für über 2.000 Männer und Frauen. Das Buch dokumentiert, wie dieser Ort sowohl zur Entnazifizierung als auch zur Etablierung der neuen Diktatur stalinistischer Prägung instrumentalisiert wurde. Im Gerichtssaal tagten die Sowjetischen Militärtribunale (SMT), die in Prozessen ohne rechtsstaatliche Garantien drakonische, oft ungerechte Strafen bis zur Todesstrafe verhängten. Der Band präsentiert neueste Forschungsergebnisse und ist ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der frühen Nachkriegsgeschichte in Brandenburg.
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