1990 fand die erste Landtagswahl im neu gegründeten Land Brandenburg statt. Die meisten Kandidaten waren Politikneulinge, demokratische Wahlverfahren noch Neuland. Nach der Wahl war Brandenburg das einzige neue Bundesland, das von der SPD regiert wurde. Der damalige Ministerpräsident Manfred Stolpe bildete eine Koalition mit FDP und Bündnis 90.
Den politischen Neustart nach 1990 gestalteten in Brandenburg vor allem jene, die in der DDR in politikfernen Bereichen sehr gut ausgebildet worden waren und sich lange systemtreu verhielten, die aber ab Ende der siebziger Jahre in verstopften Karrierewegen der sozialistischen Planwirtschaft feststeckten und häufig frustriert waren von fehlenden Möglichkeiten der persönlichen und politischen Entfaltung.
Als „Brandenburger Weg“ wird eine politische Praxis bezeichnet, die sich nach 1990 im Land Brandenburg entwickelte. Das Ideal hieß dabei Konsensdemokratie. Das bedeutete, Landesinteressen sollten wichtiger sein als Parteiinteressen.
Während in Brandenburg zunächst der Wunsch im Vordergrund stand, gemeinsam Neues zu erschaffen, warf die DDR-Vergangenheit später einen immer größeren Schatten auf die Politik.
Trotz des „Brandenburger Wegs“, der breiten Zustimmung zur Verfassung und der großen Sympathie der Bevölkerung für den Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und die „Mutter Courage“ Regine Hildebrandt blieben die Parteien schwach in der Bevölkerung verwurzelt. Während 1990 noch knapp drei Parteimitglieder auf 100 wahlberechtigte Brandenburger kamen, waren es 1994 nur noch zwei
Wer sind die Menschen, die den Neuanfang in Brandenburg auf den Weg gebracht haben? Welche Erinnerungen haben sie an den Herbst ‘89? Was motivierte sie dazu, aktiv Politik zu betreiben? Wie sieht ihr ganz persönliches Resümee aus?
Ich freue mich, heute der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung zum 20. Geburtstag zu gratulieren. Sie, liebe Frau Dr. Weyrauch und Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Ehemalige, können wirklich stolz sein auf diese zwanzig Jahre.
Zwischen 1933 und 1938 wollte die Hitler-Regierung vor allem eins: die jüdische Bevölkerung aus der Gesellschaft und aus dem Land drängen. Dennoch blieben viele deutsche Juden. Tausenden von ihnen wurde diese Heimattreue zum tödlichen Verhängnis.
Warum soll die Erinnerung an die Reformation von allgemeinem Nutzen sein? Was kann man von den Reformatoren lernen – auch als Bürger ohne Konfession im 21. Jahrhundert?
Von uns Alten verlangen heute die Jungen ein sozial verträgliches Ableben. Und was tun wir? Wir bestehen auf Herzschrittmachern und künstlichen Hüftgelenken. Die Politik ist machtlos. Sie weiß zwar, der Jugend gehört die Zukunft, aber uns Rentnern gehören zwanzig Millionen Wählerstimmen. Peter Ensikat wünscht viel Spaß beim Betrachten der ausgestellten Karikaturen, denn heute können sie vielleicht noch darüber lachen. Morgen könnte es zu spät sein.
Eine schöne Zeit für Karikaturisten, diese schlimme Zeit mit Krieg und Vertreibung. Oder doch nicht? „Vom Objekt des Geschehens verwandle ich mich zum Subjekt – auf dem Papier“, hat Barbara Henniger einmal geschrieben.
Rund 640 Zufluchtsuchende aus der DDR sind heute morgen mit einem Sonderzug aus Warschau in Hannover eingetroffen. Außerdem sind in der vergangenen Nacht wiederum über 600 Personen aus der DDR über Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik Deutschland gekommen.
... haben wir uns dazu entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen.“ (Günter Schabowski, 9.11.1989)