Wie lebt es sich lesbisch, schwul und trans* in Brandenburg?

Wir haben in der Landeszentrale eine interessante Ausstellung eröffnet - und dann kam Corona.

Ich hatte einen wirklich tollen Blogbeitrag geschrieben, mit vielen Hinweisen auf unsere Veranstaltungen und Vorhaben – und dann kam Corona. Nun haben wir in der Landeszentrale eine interessante Ausstellung zum Thema „‚Ohne Mut geht hier nichts!‛ Lesbisch, schwul und trans* in Brandenburg – gestern und heute“, die Sie leider wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht besuchen können.

Irgendwann in naher Zukunft wird das wieder möglich sein. Bis dahin möchte ich Ihnen hier einige Einblicke und Hintergründe geben, denn das Thema über die Aktivitäten queerer Menschen in Brandenburg traf offensichtlich einen Nerv.

Es war die erste Ausstellung, die ich für die Landeszentrale organisiert habe und zum Glück konnten wir sie noch eröffnen, bevor alle Veranstaltungen abgesagt wurden. Erarbeitet wurde sie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden des Institutes für Soziale Arbeit der BTU Cottbus-Senftenberg, dem Verein Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern und der Amadeu Antonio Stiftung.

Die Ausstellung wanderte seit 2018 zunächst auf Roll-Ups durch Brandenburg. Ich bin darauf aufmerksam geworden, weil darin das ehrenamtliche Engagement von Brandenburgerinnen und Brandenburgern im Mittelpunkt steht.

Queere Menschen sind auch in Brandenburg noch nicht in allen Bereichen gleichgestellt. Wir haben uns entschieden, die Ausstellung umzugestalten und auf große Tafeln zu drucken, um darauf aufmerksam zu machen.

Denn gerade in den ländlichen Regionen sind Beratungsangebote, Treffpunkte und Vereine weit entfernt oder rar gesät. Um so wichtiger ist es, auch dort Angebote zu schaffen und diejenigen, die schon aktiv sind zu unterstützen - zum Beispiel mit dieser Ausstellung.

Lesetipp

Die Landeszentrale versucht, auch auf anderen Wegen queeres Leben sichtbar zu machen. Zum Beispiel dadurch, dass Sie einen Band mit Lesebühnen-Texten queerer Autorinnen und Autoren in unserem Buchshop bestellen können oder ihnen live beim Slammen zuhören können.

Und auch vor der Landeszentrale macht der Prozess der Sensibilisierung nicht halt. Wir überlegen nun, ob und wie wir zukünftig neben Herren- und Damentoiletten auch eine Unisex-Toilette einrichten können. Es zeigt sich, schon in einem kleinen Rahmen ist es gar nicht so einfach, einen Interessenausgleich zu finden. Fest steht für mich aber auch, es kommt nicht zuletzt auf die kleinen Dinge an, wenn eine Gleichstellung aller Brandenburger und Brandenburgerinnen in naher Zukunft erreicht werden soll.

Wer Lust hat, sich mehr mit der Situation queerer Menschen in Brandenburg zu beschäftigen, dem sei unsere Basiswissen-Broschüre zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt empfohlen, an der wir gerade arbeiten.

Und wer gerne die Veranstaltungen des Begleitprogramms zur Ausstellung besuchen möchte, der melde sich bitte bei unserem Newsletter an oder schaue in den Veranstaltungskalender, da derzeit viele Termine verschoben werden.

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Karen Bähr

Karen Bähr ist in der Landeszentrale zuständig für Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit. Sie kommt aus dem Brandenburger Speckgürtel, hat schon israelische Seniorinnen betreut, Bildungsarbeit in einer niedersächsischen Gedenkstätte gemacht, Erfurter Studierende unterrichtet und österreichische Archive durchforstet – und nun ist sie wieder da, um Sie mit Ausstellungen, Lesestoff und Kugelschreibern zu versorgen.

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