Inklusion

Barrieren abbauen und miteinander leben

Inklusion ist ein wichtiger Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Es geht darum, Hindernisse abzubauen oder so zu gestalten, dass alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, an der Gesellschaft teilzuhaben.

Illustration zum Thema Inklusion
© BLPB/Großstadtzoo

Leichte Sprache: Inklusion

Im Grundgesetz steht in Artikel 3: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Wichtige Rechte von Menschen mit Behinderungen sind:

  • Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen,
  • ein selbstbestimmtes Leben,
  • gute Gesundheitsversorgung,
  • Zugang zu Bildung und Erziehung.
     
Sehhilfe
 
Icon Inklusion
© Großstadtzoo
Das Wort „Inklusion“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Einschluss“ oder „dazu gehören“.

2009 hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben und sich verpflichtet, Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte und uneingeschränkte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Betreiber öffentlicher Gebäude sollen beispielsweise dafür sorgen, dass eine Toilette für Menschen mit Behinderungen vorhanden ist und Rampen den Zugang auch Personen ermöglichen, die keine Treppen nutzen können. 

Grundlegende Informationen müssen in Leichter Sprache oder als barrierefreie Angebote für Menschen mit Seh-, Hör- oder Sprachbehinderungen erhältlich sein. Ein bedeutender Schritt für die gleichberechtigte Teilhabe war 2019 die Einführung des inklusiven Wahlrechts in Deutschland. Auch Menschen, die gesetzlich in Vollbetreuung sind, dürfen seitdem zu Bundestagswahlen und Europawahlen wählen gehen.

Inklusion oder Integration?
Der Begriff „Inklusion“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „einschließen“ oder „miteinbeziehen“. Die Gesellschaft soll Rahmenbedingungen und Strukturen schaffen, um eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Das ist der Unterschied zur Integration, die die vorhandenen Gegebenheiten als Maßstab nimmt. 

Ein Beispiel: Derzeit muss ein Mensch mit Rollstuhl vorher bei der Bahn anrufen, um die Mitfahrt anzukündigen. Inklusiv heißt, dass jeder Mensch ohne Anmeldung zu jeder Zeit Bus und Bahn nutzen könnte, weil die Bahnhöfe und Fahrzeuge barrierefrei sind.

Um die Belange von Behinderten stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, hat die UNO den 3. Dezember zum "Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen" ausgerufen. Seit 1993 findet er jährlich statt.

Inklusion in Brandenburg

In Brandenburg gibt es eine beauftragte Person der Landesregierung für Menschen mit Behinderungen. Diese achtet darauf, dass die Landesregierung für die Gleichbehandlung von Menschen mit und ohne Behinderungen
sorgt. Der oder die Beauftragte wird an allen Vorhaben und Gesetzen für Menschen mit Behinderungen im Land Brandenburg beteiligt.

Das Brandenburger Konzept „Schule für gemeinsames Lernen“ sieht vor, dass Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam lernen. Grund-, Ober- und Gesamtschulen nehmen Kinder und Jugendliche unabhängig davon auf, ob diese einen besonderen Unterstützungsbedarf beim Lernen, der emotionalen und sozialen Entwicklung oder der Sprache haben.

In den „Schulen für gemeinsames Lernen“ sollen alle nach ihrem individuellen Bedarf gefördert werden. Trotzdem lebt die Inklusion vielerorts immer noch von engagierten Eltern und Lehrkräften, die sich Lösungen überlegen und Mut haben, etwas Neues auszuprobieren.

Welchen Unterschied das für eine Betroffene machen kann, erzählt Janne in einem Film. Sie engagiert sich heute im Behindertensportverband, für die Selbstbestimmung von Kindern mit Behinderung.

BLPB, Januar 2026 

Linktipps

  • Was, wenn du behindert wirst?

    Janne ist Para Leichtathletin. Während ihrer Zeit an der Sportschule hat sie die Erfahrung gemacht, wie es ist, von anderen Menschen behindert zu werden. Wie sie sich heute für andere Menschen mit Behinderung stark macht, das erfahrt ihr in dieser Folge unserer Webvideoreihe "Brandenburg im Rampenlicht"

  • Barrierefrei mitbestimmen

    Demokratie lebt vom Miteinander und Mitbestimmen. Teilhabe setzt aber Wissen voraus, den Zugang zu Informationen, zu öffentlichen Plätzen und Einrichtungen. Barrierefreiheit heißt das. Aber eben daran mangelt es in Deutschland, so dass behinderte Menschen oft "draußen" bleiben.

  • Warum Menschen mit geistiger Behinderung wählen wollen und was sie dafür tun
  • Inklusion kommt nicht voran

    Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage ziehen Lehrkräfte mit Blick auf die Inklusion an Schulen eine schlechte Bilanz. Die Inklusionspolitik ihrer jeweiligen Landesregierung bewerten sie im Durchschnitt mit der Note 4,5. (Süddeutsche, 9.11.20)

  • Videotipp: Mitbestimmen

    Weltweit lebt rund 1 Billion Menschen mit Behinderungen. Das sind rund 15 Prozent der Weltbevölkerung. Eine von ihnen ist Julia Bertmann. Die junge Frau hat das Down Syndrom und engagiert sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

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