Tag der Arbeit: 1. Mai

Am 1. Mai feiert die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung weltweit den "Tag der Arbeit." In Deutschland und vielen anderen Ländern, darunter China, Brasilien, Russland und die Türkei ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag.

Traditionell demonstrieren tausende Menschen an diesem Tag für soziale Gerechtigkeit, bessere Arbeitsbedingungen, gerechte Löhne und Gehälter, und ähnliche Forderungen. Der 1. Mai ist in Deutschland inzwischen auch immer so etwas wie ein großes Straßenfest, bei dem sich die Menschen treffen, Ausflüge machen und ganz ohne politische Ziele feiern. Während der Corona-Pandemie wurden und werden jedoch viele Aktivitäten ins Internet verlagert. Auf der Straße rufen die Gewerkschaften zur Wahrung der Abstandsregeln und eingeschränkten Teilnahmezahlen auf.

Der Ursprung des 1. Mai ist hochpolitisch und reicht bis in das Jahr 1886 zurück. In Chicago/ USA demonstrierten damals tausende Arbeiter für die Aufnahme des Achtstundentages in ihre Verträge. Im Verlaufe der mehrtägigen Proteste eskalierte die Situation, als eine Bombe explodierte und es durch einen nachfolgenden Polizeieinsatz Tote und Verletzte gab.

In den USA galt der 1. Mai traditionell als "Moving day", als Stichtag für den Abschluss oder die Aufhebung von Verträgen, häufig verbunden mit Arbeitsplatz- und Wohnungswechsel. Nach den gewaltsamen Protesten in Chicago setzte die amerikanische Gewerkschaftsbewegung die Kundgebungen auch in den nächsten Jahren fort.

Als Zeichen der Solidarität riefen im Juli 1889 in Paris Vertreter der sozialistischen Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung zu einem internationalen Protesttag am 1. Mai 1890 auf. Es scheint dabei eine stillschweigende Einigkeit darüber bestanden zu haben, die Demonstrationen jedes Jahr am 1. Mai als "Tag der Arbeit" zu wiederholen.

In Deutschland wurde der 1. Mai nach der Novemberrevolution 1919 zum gesetzlichen Feiertag erklärt, ein Jahr später aber gleich wieder abgeschafft. Dei Nationalsozialisten nutzten den Tag für die eigene Propaganda und erklärten ihn zum „Tag der nationalen Arbeit“, um die Gewerkschaften zu entmachten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der 1. Mai in beiden deutschen Staaten wieder zum gesetzlichen Feiertag. Während er in den westdeutschen Bundesländern unterschiedlich bezeichnet wurde, hieß er in der DDR offiziell „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“.

EU- Osterweiterung. Mit Blick auf die jüngste europäische Geschichte steht der 1. Mai auch dafür: Am 1. Mai 2004 traten mit Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowenien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei acht osteuropäische Länder der EU bei. Der Beitritt wird heute allgemein auch als EU-Osterweiterung bezeichnet.

BLPB, April 2021 (erstmals veröffentlicht: April 2014)

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