DDR

DDR ist die Abkürzung für Deutsche Demokratische Republik. Sie wurde am 7. Oktober 1949 gegründet. Am 3. Oktober 1990 trat sie der Bundesrepublik Deutschland bei. Damit hörte sie auf, als Staat zu existieren. Zugleich war die deutsche Teilung beendet.

Die DDR war, wie die Bundesrepublik Deutschland, ein Ergebnis des Zweiten Weltkriegs (1939-1945). Nach der deutschen Kapitulation 1945 teilten die vier Siegermächte (Sowjetunion, USA, Großbritannien, Frankreich) Deutschland in vier Besatzungszonen. Aus der Sowjetischen Besatzungszone entwickelte sich bis 1949 die DDR. Aus den Besatzungszonen der anderen drei Mächte ging die Bundesrepublik Deutschland hervor. Als ihr Gründungsdatum gilt der 23. Mai 1949, der Tag, an dem das Grundgesetz in Kraft trat. Damit gab es bis 1990 zwei deutsche Staaten.

Lesetipp

Obwohl die DDR sich selbst als demokratisch bezeichnete, war sie keine Demokratie nach westlichem Verständnis. Sie selbst bezeichnete sich als sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat, wobei die Arbeiterklasse die Führung behalten sollte. Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Redefreiheit, Reisefreiheit, die Freiheit der Religion oder den Schutz von Minderheiten gab es in der DDR nicht. Im Kern war sie eine Diktatur.

Die Herrschaft in der DDR war in einer doppelten Struktur organisiert: einer Staats- und einer Parteistruktur.

In der staatlichen Struktur gab es ein Parlament, das als Volkskammer bezeichnet wurde, eine Regierung und Ministerien sowie eine Gebietsverwaltung, in der es zunächst Länder und Kommunen gab und später an ihrer Stelle verschiedene Bezirke traten. Die Abgeordneten der Volkskammer wurden zwar in Wahlen von der DDR Bevölkerung gewählt, freie Wahlen, wie sie für demokratische Systeme typisch sind, waren es jedoch nicht.

Das Ministerium für Staatssicherheit überwachte diese und mit einem weitgespannten Netz aus Informanten praktisch alle Lebensbereiche der Menschen in der DDR.

Die zweite Struktur spiegelte den Staat in einer Parteistruktur wider. Offiziell gab es in der DDR zwar mehrere Parteien, aber die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) war die Staats- und Regierungspartei in der DDR. In allen staatlichen Betrieben, in Schulen, in den Ministerien, in Vereinen und Verbänden gab es jeweils auch Organisationseinheiten der SED. Das bedeutete, dass es eine Gewaltenteilung zwar institutionell gab (Legislative, Exekutive, Judikative), diese in der Praxis aber außer Kraft gesetzt war, weil die SED derart mit dem Staat verwoben war, dass sie diesen durchherrschen konnte.

Nach dem Ende der DDR sind viele Staats- und SED-Akten für die Forschung zugänglich geworden. Auf dieser Grundlage konnte ein sehr genaues Bild über die inneren Vorgänge und Strukturen der DDR erarbeitet werden. Einigkeit besteht darüber, dass die DDR eine Diktatur war. Je nachdem, welche Merkmale in den Vordergrund gerückt wurden, haben sich weitere Bezeichnungen entwickelt. Darunter: sozialistischer Wohlfahrts- und Arbeitsstaat, Fürsorgediktatur, Privilegiengesellschaft oder autoritäre Gesellschaft mit bürgerlichem Eigensinn.

BLPB, Dezember 2019

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