Digitalisierung/ Industrie 4.0

Leichte Sprache: Wie sich unsere Arbeit durch Computer ändert

Einfache Sprache: Digitalisierung

Mit dem Begriff Digitalisierung wird ein Prozess tiefgreifender gesellschaftlicher Umwandlungen bezeichnet. Wichtigste Merkmale dieses Prozesses sind der Einsatz digitaler Technologien und die daraus folgenden Veränderungen in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft und unseres Alltags.

Ganze Bereiche werden neu strukturiert, entstehen oder funktionieren durch Digitaltechnologien anders. Zu diesen Technologien zählen zum Beispiel Anwendungen für eine digitale Medizin, für autonomes Fahren (etwa Autos ohne Fahrer), für eine erweiterte Wahrnehmung der Realität durch visuelle Effekte (Augmented Reality) oder die Speicherung und Analyse riesiger Datenmengen (Big Data, Clouds) sowie die Entwicklung künstlicher Intelligenz.

In Deutschland wird die Digitalisierung auch oft mit dem Begriff Industrie 4.0 gleichgesetzt. Die Zahl vier steht dabei für eine vierte industrielle Revolution. Damit soll der neue Grad der Automatisierung verdeutlicht werden, der sie von früheren industriellen Revolutionen unterscheidet.

Vereinfacht ausgedrückt: Während mechanische Webstühle und Dampfschiffe (1), die Einführung des Fließbands in die Produktion (2) und die Erfindung des Mikroprozessors/Digitale Computer (3) das Leben unserer Vorfahren und die Welt fundamental veränderten, so steht heute das Internet (4) dafür.

Beide Bezeichnungen - Digitalisierung und Industrie 4.0 -  sind wichtig, um geeignete Instrumente zur Steuerung des Gesamtprozesses zu entwickeln. Denn sie weisen auf die Herausforderungen hin, die vor uns stehen: Zum einen müssen wir uns als Gesellschaft auf einen länger andauernden Umwandlungsprozess einstellen (Transformation), zum anderen haben wir es mit relativ schnell eintretenden, grundlegenden Veränderungen zu tun (Revolution).

Die Folgen der Digitalisierung und wie mit ihnen umgegangen werden soll, das ist hoch umstritten. Die einen heben die Chancen hervor, die sich für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft insgesamt ergeben, wenn immer mehr Prozesse digital erledigt werden können (u.a. Roboter im Pflegewesen, sich selbststeuernde Autos und Produktionsprozesse, neue Beteiligungsmöglichkeiten in politischen Abstimmungs- und Entscheidungsprozessen).

Andere warnen vor den Gefahren, etwa wenn es um Fragen des Datenschutzes und damit auch um demokratische Grundrechte, um die Möglichkeit von Wahlfälschungen oder fehlende Beteiligungschancen durch den ungleich verteilten Zugang zum Internet geht.

Martin Schallbruch
© privat

Interview

Überfordert die Digitalisierung den Staat?

Netzexperte Martin Schallbruch im Gespräch mit der BLPB

 

Die Digitalisierung hat weltweite Auswirkungen, eine nationale Lösung kann es daher nicht geben. Doch mit einer globalen Digitalisierungspolitik, die verbindliche Regelungen für alle trifft, stehen wir noch am Anfang. Eine Expertengruppe der UNO legte 2019 Vorschläge für die globale Gestaltung des Internets vor. Sie sollen in die Nachhaltigkeitsstrategie der Vereinten Nationen einfließen.

In der Europäischen Union sind in Teilbereichen wichtige Schritte unternommen worden, zum Beispiel zum Schutz privater Daten die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung).

Woher kommt der Begriff Digitalisierung? Das Wort lässt sich aus der lateinischen Bezeichnung "digitus" für Finger/Zehe ableiten. Ohne digitale Computer würde es aber keine Digitalisierung geben. Die ersten Typen entstanden seit Ende der 1930er Jahre, bevor sie seit den 1950er Jahren immer kleiner, schneller und billiger in der Produktion und damit massentauglich wurden.

Lesetipp

Hannah Fry

Hello World

Demokratische, menschliche Algorithmen. Dafür plädiert dieses Buch - zugänglich, unterhaltsam, hochinformativ und auch für Laien verständlich.

BLPB, Apil 2020

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