Künstliche Intelligenz, KI

Künstliche Intelligenz (KI), auch bekannt unter dem Begriff maschinelles Lernen, ist ein Teilgebiet der Informatik. Die Grundidee besteht darin, Maschinen so zu programmieren, dass sie grundlegende Fähigkeiten des menschlichen Gehirns ausführen können.

Die Entwicklung geeigneter Software steht dabei im Mittelpunkt. Anweisungen für den Computer (Algorithmen) werden so programmiert, dass sie ähnlich wie der Mensch in der Lage sind zu lernen, Probleme zu erkennen, Lösungen zu finden oder sich weiterzuentwickeln. Bekannte Beispiele für den Einsatz von KI sind selbstfahrende Autos, Roboter in der Medizin, miteinander vernetzte Maschinen in großen Fabrikhallen oder Sofwareprogramme wie Alexa und Siri in Smartphones.

KI-Systeme können reine Software-Anwendungen sein, also zum Beispiel Sprachassistenten, Übersetzungssoftware, Bildanalysesoftware, Suchmaschinen, Sprach- und Gesichtserkennungssysteme; dann existieren sie nur in einer virtuellen Welt.

Sie können aber auch in Hardware eingebettet sein wie bei den oben genannten Systemen für selbstfahrende Fahrzeuge, in der Drohnentechnik oder bei Anwendungen, die man als das Internet der Dinge bezeichnet. Die Kommunikation läuft dann zwischen verschiedenen Endgeräten über eine komplexe Software unabhängig vom Menschen.

Die Kaffeemaschine, die, entsprechend programmiert, schon mal den Frühstückskaffee vorbereitet oder Kühlschränke, die nötige Einkäufe berechnen, sind griffige Alltagsbeispiele. Dann existieren die KI-Systeme in der realen Welt. Sie existieren neben uns, sie müssen mit uns, wir müssen mit ihnen zusammenleben.

Lesetipp

Risiken

Künstliche Intelligenz gilt als großes Zukunftsthema, doch gibt es zahlreiche Kritik wegen der damit verbundenen Risiken. Um zu können, was sie sollen, benötigen KI-Systeme Unmengen von Daten. Wo kommen diese Daten her? Wem gehören sie? Wer darf Anspruch auf ihre Nutzung erheben? Wie sicher sind diese Daten gegen missbräuchliche Zugriffe und Anwendungen geschützt?

So können Programmierfehler weltweite Folgen haben, etwa wenn Hackerangriffe globale Computersysteme außer Kraft setzen oder manipulieren. Auch ethische Fragen, zum Beispiel wenn in der Medizin Computer über Operationen "entscheiden", werden diskutiert. Wer ist verantwortlich, wer haftet für Fehler?

Je nachdem, welche Daten ihnen zur Verfügung gestellt werden, berechnen Algorithmen Empfehlungen. Gab es bislang noch vergleichsweise wenig Programmiererinnen, stellt die KI-Auswahlsoftware möglicherweise deshalb keine Frauen auf dieser Position ein.

Es gibt praktisch kein Gebiet unseres Lebens, das nicht auf den Prüfstand gerät, wenn über den Einsatz von KI gesprochen wird. Auch universelle Menschenrechte sind gefährdet. So legt Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung fest.

Dieses Recht schließt auch die Freiheit ein, Informationen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten. Suchmaschinen bestimmen jedoch aufgrund von Algorithmen die Sichtbarkeit von Informationen, indem häufig aufgerufene und kommentierte Inhalte bevorzugt angezeigt werden.

Regulierungen

Die Europäische Kommission hat im April 2021 einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der den Umgang mit KI regulieren soll. Die meisten KI-Anwendungen werden darin als kleines oder gar kein Risiko eingestuft. Dazu zählen zum Beispiel Videospiele oder Filter für Spamnachrichten.

Hingegen sollen Anwendungen mit einem hohen Risikofaktor streng reguliert und kontrolliert werden. Dazu gehören aus Sicht der EU-Kommission etwa KI-Systeme in Bewerbungsverfahren um einen Studien- oder Arbeitsplatz oder Software in medizinischen Produkten.

Bild- und Gesichtserkennungssoftware kann der Terrorismusbekämpfung dienen, aber die Technologie eignet sich ebenso gut für die flächendeckende Echtzeitüberwachung der Bevölkerung. Verboten werden soll deshalb in der EU der Einsatz von KI in Bereichen, in denen Menschen allgemein übewacht und manipuliert werden können.

Dieses sogenannte Social Scoring ist in China genutzt worden, um das Verhalten der Menschen mit Sozialpunkten zu bewerten. Viele Sozialpunkte bringen Vorteile auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt, wenige Punkte können zum Entzug bestimmter Leistungen führen.

Dem Entwurf muss noch im EU-Parlament und im Rat der Mitgliedstaaten zugestimmt werden. Bis zu zwei Jahre kann dieser Gesetzgebungsprozess dauern.
 

KI in der Region Berlin-Brandenburg

Eine Studie aus dem Jahr 2018 listete deutschlandweit 458 Unternehmen, die im Umfeld Künstlicher Intelligenz tätig sind. Davon haben 28 Prozent ihren Sitz in Berlin und Brandenburg.
Die Region war zwar ein Spätstarter. Doch seit Mitte der 2000er-Jahre gab es hier einen Gründungsboom. Allerdings sind überdurchschnittlich viele Betriebe Klein- und Kleinstunternehmen. Aber auch Großunternehmen wie Teslas Gigafactory in Grünheide sind Vorreiter der Verknüpfung von KI und traditionellem Maschinenbau.

BLPB, Mai 2021

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