Wir sind Brandenburg. 1990 – 2020 – 2050

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Brandenburg wird 30 und wir feiern das Jubiläum mit einer Ausstellung. Sie zeigt, wie Brandenburg vor 30 Jahren neu gegründet wurde, welche Themen Brandenburgerinnen und Brandenburger seitdem beschäftigt haben und wie die Zukunft aussieht.

Brandenburg wird 30

Haben Sie schon mal ein Bundesland gegründet? Die Menschen, die damals an der Neugründung Brandenburgs beteiligt waren, mussten diese Frage wohl verneinen. Nichtsdestotrotz gab es viel zu entscheiden: Wer sollen die Bürgerinnen und Bürger dieses Bundeslandes sein und wo sind die Grenzen? Wer soll es regieren und wie? Auch auf die Grundlagen des Zusammenlebens galt es sich zu einigen. All diese Entscheidungen wurden in den ersten Jahren getroffen und bilden bis heute eine stabile Grundlage für das Leben in Brandenburg.

Um diese und und viele weitere Fragen rund um unser Bundesland geht es in unserer neuen Ausstellung. Was wollen wir bewahren, was erneuern? Wie können wir den Strukturwandel meistern und wie Brücken zu unseren Nachbarn bauen? An Weg- und Zuzug, Arbeitslosenzahlen oder Naturschutz entzündeten sich Debatten.

Wie entsteht ein Bundesland?

 

Grenzen ziehen, eine Hymne auswählen, eine Flagge hissen, eine Verfassung beschließen: 1990 entstand Brandenburg als eins von fünf neuen Bundesländern.
Mehr über den Brandenburger Weg und woran das Vorhaben Länderfusion mit Berlin gescheitert ist, erfahren Sie hier.

Wie können wir Brücken bauen?

 

13.000 Polen pendeln täglich nach Brandenburg, um hier zu arbeiten. Wie beide Länder nach der Wiedervereinigung zusammengewachsen sind und wie aus zwei Städten in zwei Ländern eine fiktive gemeinsame Stadt wurde, erfahren Sie hier.

Wie arbeiten wir?

 

Heute arbeiten in Brandenburg knapp drei Viertel der Erwerbstätigen im Dienstleistungsbereich. Dieser Wandel betrifft ganz Europa. Um Arbeit und Arbeitslosigkeit heute und in Zukunft geht es in diesem Kapitel. 

Wer geht, wer bleibt, wer kommt?

 

Obwohl viele Menschen aus anderen Bundesländern, EU-Staaten und der ganzen Welt nach Brandenburg ziehen, berechnen Statistiker einen Bevölkerungsrückgang bis 2040. Dieses Kapitel nimmt Vertragsarbeiterinnen und -arbeiter sowie Menschen, die beim Aufbau halfen oder zurückkamen unter die Lupe. 

Die Ausstellung zeigt, wie die Brandenburgerinnen und Brandenburger in den letzten 30 Jahren in Vereinen, mit Bürgerbegehren, Demonstrationen und in politischen Ämtern Antworten auf die brennenden Fragen gefunden haben. Und natürlich laden wir Sie ein, mit uns auch einen Blick in die Zukunft Brandenburgs zu werfen.

Wie können wir den Strukturwandel meistern?

 

Mit Strukturwandel ist eine dauerhafte und grundlegende Veränderung der Wirtschaft gemeint. Können die  Menschen  mitentscheiden, wohin sich ihre Region entwickelt? Wie können neue Strukturen geschaffen werden? Hier erfahren Sie mehr.

Bildung und Wissenschaft

 

Bildung begleitet die Brandenburger/-innen ein Leben lang. Über 30 Forschungsinstitute gibt es im Land, dort werden Strategien für den Strukturwandel gesucht. Mehr über die vielfältige Brandenburger Wissenlandschaft erfahren Sie hier.

Was wollen wir bewahren, was erneuern?

 

Preußische Ensemble wiederherstellen oder DDR-Architektur bewahren? Was ist mit "Rettet die Altstädte" gemeint? Wie sozialistische Moderne auf Brandenburger Zukunft trifft und wann die (un)endliche Geschichte des  BER beendet wird, erfahren Sie hier.

Mehr als Sand und Kiefern

 

Weil Tourismus ein starker Wirtschaftszweig geworden ist, zahlt sich Naturschutz auch ökonomisch aus. Mehr über pelzige Rückkehrer und Neubrandenburger sowie den Interessenausgleich zwischen Mensch und Tier zeigt dieses Kapitel.

Wie sieht Ihr Brandenburg 2050 aus?

 

Wir haben Expertinnen und Experten gefragt, Sie finden die Antworten in kurzen Videoclips auf dieser Seite. Und wie sieht Ihr Brandenburg der Zukunft aus? Schreiben Sie uns Ihre Visionen und Wünsche in die Kommentare dieser Seite.

 

BLPB, Juli 2020

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Lausitzer Leserbriefe zeigen Geschichte

Wie haben die Brandenburger ihr Bundesland geprägt? Und wie tun sie dies in Zukunft? Diesen Frage widmet sich jetzt in Potsdam eine Ausstellung. Mit dabei: Lausitzer Leserbriefe und mehr.

Lausitzer Rundschau vom 14.10.20

Die Ausstellung »Wir sind Brandenburg« der Landeszentrale für Politische Bildung beschwört vor allem die Erfolge der Einheit

[...]Leiterin Martina Weyrauch sagte am Montag bei einer Vorbesichtigung, es sei ihr ausdrücklich nicht um eine jener Zeitzeugen-Paraden gegangen, die die Ergebnisse der historischen Forschung oft ignorieren und bei denen die Gefahr bestehe, »dass die Dinge anders waren, als sie sie wahrgenommen haben«.

Zugegeben, es muss schwerfallen, angesichts der vielfältigen Rückblicke im Zusammenhang mit dem 30. Einheitsjubiläum tatsächlich noch etwas Neues zu sagen. Zumal eine übersichtliche Zahl an Schautafeln nun praktisch kein Thema auslassen möchte, das in Brandenburg in den vergangenen drei Jahrzehnten auf der Tagesordnung stand. Da ist der wirtschaftliche Umbruch, den viele Menschen einfach nur als Abbruch erlebt haben, vereint mit der Rückkehr der Wölfe und der Nationalparkgründung 1990. Da sind die Beziehungen zu Polen, die »unendliche Geschichte« des Großflughafens BER aber auch die Entwicklung der Wissenschaftseinrichtungen, des Bildungswesens und der Kohleausstieg. Und nicht zuletzt der Massenwegzug aus Brandenburg in den ersten 20 Jahren und die gescheiterte Länderfusion mit Berlin.

Immerhin angedeutet ist auch der merkwürdige Umstand, dass Brandenburg 1990 - wie der gesamte deutsche Osten - eine Neugliederung erfuhr, die aufgrund eines Befehls der sowjetischen Besatzungsmacht von 1945 zustande kam. Brandenburg in seinen heutigen Grenzen ging letztlich auf eine Idee von Josef Stalin zurück und dabei blieb es auch bis 1953, als es zur Bildung der wiederum 1990 aufgelösten DDR-Bezirke kam.[...]

Auszug aus dem Kommentar von Wilfried Neiße im Neuen Deutschland vom 14.10.2020

Ausstellung "Wir sind Brandenburg. 1990 – 2020 – 2050"

Er ist schon ein komischer Vogel, dieser rote, gefiederte Kerl mit der klobigen Nase, der da 1,90 Meter groß in der Landeszentrale für politische Bildung an der Heinrich-Mann-Allee ruht. Für Brandenburger aber hat er jenseits ästhetischer Kriterien eine besondere Bedeutung: Der rote Adler ist ihr Wappentier.

In der aktuell eröffneten Ausstellung „Wir sind Brandenburg. 1990 – 2020 – 2050“ spielt er eine besondere Rolle. Er sollte der Geschichte 1996 eine besondere Wendung geben. Die Staatskanzlei hatte das Adlerkostüm beim Art Department Studio Babelsberg, das sonst Kulissen baut, in Auftrag gegeben, um damit für die geplante Länderfusion von Berlin und Brandenburg zu werben. Daraus wurde nichts, selbstbewusst stimmten die Brandenburger für die Eigenständigkeit. Doch der letzte Flug des Adlers endete nicht auf dem Sperrmüll. Er tritt noch immer beim Tag der offenen Tür auf, wenn sich das Land präsentiert – ob im Ausland oder jetzt in der Landeszentrale.

Es ist die erste Ausstellung, die Karen Bähr, die aus Zeuthen bei Königs Wusterhausen stammt, konzipiert und mit dem Team der von Martina Weyrauch geleiteten Landeszentrale umgesetzt hat – und es ist gelungen, Rückblick und Ausblick zu verbinden. In Erinnerung gerufen werden viele Fragestellungen in der jungen brandenburgischen Demokratie: Wer etwa sollte geehrt werden? Ein Foto von Lutz Gagsch zeigt eine Antwort in Potsdam. [...]

Auszug aus dem Kommentar zur Ausstellung von Carsten Holm in den PNN vom 13.10.2020

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