Wer geht, wer bleibt, wer kommt?

Von Aufbauhelfer/-innen, adeligen Rückkehrern und Vertragsarbeiter/-innen. Auch immer mehr Brandenburgerinnen und Brandenburger, die nach 1990 in die alten Bundesländer zogen, kehren nun zurück. Sie beziehen leerstehende Wohnungen, nutzen die familiären Netzwerke, etwa bei der Kinderbetreuung, und beleben ihre Heimatorte mit Ideen, Engagement und Investitionen.

Brandenburg hat durch die Grenzöffnung, die Wiedervereinigung und den Umbau der Wirtschaft bis 1994 52.000 Einwohnerinnen und Einwohner verloren. Jüngere Menschen zogen in die alten Bundesländer, wo die Aussichten auf einen Arbeitsplatz besser waren. Angesichts dieser unsicheren Zukunft verzichteten viele darauf, Familien zu gründen. Das führte zu einer Abwärtsspirale: Weniger Kinder bedeuteten Schulschließungen und immer weitere Wege. Konsum und Bäcker machten zu, Dörfer vergreisten. Das betraf besonders die dünn besiedelten Regionen, während der Speckgürtel um Berlin vom neuen Hauptstadtstatus profitierte.

Veranstaltungstipp

Der Fachkräftemangel ist auch in Brandenburg angekommen. Vor der Corona-Pandemie gab es mehr Arbeit als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das macht Brandenburg für Rückkehrerinnen und Rückkehrer sowie Menschen aus anderen Bundesländern attraktiv. Darüber hinaus hat Brandenburg zwischen 2015 und 2019 ungefähr 46.300 Geflüchtete aufgenommen. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl Oranienburgs. Nur ein Teil von ihnen bleibt auch nach dem Ende des Asylverfahrens in Brandenburg.

Vertragsarbeiter/-innen

Gehen oder Bleiben?

Als Vertragsarbeiter wurden in der DDR ausländische Arbeitskräfte bezeichnet, die wegen des Mangels an einheimischen Arbeitskräften ins Land geholt wurden. Sie durften keine Familien gründen und mussten sich in Wohnheimen strengen Regeln unterwerfen. Mit der Wiedervereinigung verloren sie ihre Arbeit, ihren Wohnheimplatz und die Aufenthaltserlaubnis. 

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Aufbauhelfer/-innen

Wir ziehen nach Brandenburg

Die neuen Bundesländer schlossen 1990 sogenannte „Verwaltungshilfeverträge“ mit den „alten“ Bundesländern. Zwischen 1990 und 1995 wirkten etwa 35.000 westdeutsche Beamte als Verwaltungshelfer in Ostdeutschland. Viele blieben und wurden Brandenburger und Brandenburgerinnen.

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Märkische Adlige

Die Adligen kommen zurück

Die Adligen kommen zurück - dies löste bei der Mehrzahl der Ostdeutschen Anfang der 1990-er Jahre eine gedankliche Kettenreaktion aus, die eher in Ablehnung als in Zustimmung mündete. Die griffige Losung „Junkerland in Bauernhand“ schien in den Köpfen festgeschrieben zu sein.

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Zuwanderung in Brandenburg

Von den Neuen profitieren

In Deutschland löst Zuwanderung oft Furcht aus. Dabei ist der Zuzug von Fremden ein wesentliches Element gesellschaftlicher Entwicklungen. Brandenburg ist ein Beispiel dafür, wie die Alten von den Neuen profitieren können.

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Die neuen Polen der Uckermark

Ungewohnte Verhältnisse

Gartz und sein Amt, das war einmal die Gegend, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagten. Doch statt »Gute Nacht« hört man heute immer öfter »dzień dobry«. Inzwischen sind zwölf Prozent der Bewohner im Amt Polen, in manchen Dörfern machen sie fast die Hälfte der Bevölkerung aus.

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Back to the roots

Brandenburger/-innen kommen zurück

Zwischen 1992 und 2015 zogen 527.000 Brandenburgerinnen und Brandenburgern in die alten Bundesländer. Immer mehr kehren nun zurück. Sie beziehen leerstehende Wohnungen, nutzen die familiären Netzwerke, etwa bei der Kinderbetreuung, und beleben ihre Heimatorte mit Ideen, Engagement und Investitionen.

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Beutemärker und Beutesachsen

Lebenswege und Mentalitäten

"Brandenburger sind poltrig. Die Sachsen freundlicher, nur die sächsischen Bäckersfrauen nicht". Zwei Journalistinnen haben Menschen, die von Brandenburg nach Sachsen und umgekehrt gezogen sind, nach ihrem Bild vom Nachbarn gefragt. Persönlich, mit Sinn für Humor und Geschichte.

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Obwohl viele Menschen aus anderen Bundesländern, EU-Staaten und der ganzen Welt nach Brandenburg ziehen, berechnen Statistiker bis zum Jahr 2040 einen weiteren Bevölkerungsrückgang für Brandenburg. Es sterben noch immer mehr alte Menschen als junge geboren werden oder zuziehen.

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In der Bevölkerungsstatistik ist der Wegzug nach der Wiedervereinigung deutlich zu sehen. Sie zeigt aber auch, dass die Einwohnerzahl ziemlich konstant zwischen 2,45 Millionen und 2,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern liegt. Daten: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

Während das Gebiet um Berlin nach 1990 vom Zuzug profitiert hat, verlieren die ländlichen Regionen Einwohnerinnen und Einwohner durch Wegzug, Tod und geringere Geburten.

BLPB, September 2020 

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