Rechtsstaat

Rechte haben und Recht bekommen

Deutschland ist ein Rechtsstaat. Das bedeutet, alle – auch der Staat und seine Behörden – müssen sich an Gesetze halten. In einem Rechtsstaat haben die Menschen Grundrechte, die der Staat achten und schützen muss.

Illustration zum Thema Rechtsstaat
© BLPB/Großstadtzoo

Die wichtigsten Merkmale des Rechtsstaats sind:

  • Bindung an Gesetze: Alle müssen sich an Gesetze halten, auch der Staat.
     
  • Schutz der Grundrechte: Die Grundrechte, die im Grundgesetz festgelegt sind, müssen vom Staat geschützt werden. Wer meint, der Staat habe Grundrechte verletzt, kann den Staat vor Gericht verklagen.
     
  • Der Staat muss verhältnismäßig handeln: Er darf nur dann in die Rechte der Menschen eingreifen, wenn es wirklich nötig ist. Die Maßnahmen dürfen nicht übertrieben sein. Zum Beispiel darf die Polizei zur Verfolgung einer Straftat nicht die Telefonate aller Menschen mithören, sondern nur die, bei denen es einen begründeten Verdacht gibt. Dafür benötigt sie immer eine richterliche Anordnung. Während der „Corona-Pandemie“ bekamen viele Menschen vor den Verwaltungsgerichten Recht, als sie gegen die Einschränkungen ihrer Grundrechte durch staatliche Maßnahmen klagten.
     
  • Gewaltenteilung: Die staatliche Gewalt (= Macht) ist aufgeteilt, damit niemand allein und ohne Kontrolle bestimmen kann. Unabhängige Gerichte können Entscheidungen der Parlamente, der Regierung und Verwaltung überprüfen.
     
  • Rechtssicherheit: Gesetze dürfen nicht rückwirkend geändert werden und gelten für alle gleich. Gegensätze zum Rechtsstaat sind Unrechtsstaaten wie eine Diktatur oder ein Polizeistaat, in denen es keine unabhängigen Gerichte gibt.
Sehhilfe
 
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In einem Rechtsstatt müssen sich Regierung, die Parlamente, die Verwaltung und die Rechtsprechung an Gesetze halten.

Brandenburgerinnen und Brandenburger sprechen Recht

Ein wichtiger Baustein unseres Rechtsstaats ist das Schöffenamt. Es soll sicherstellen, dass Bürgerinnen und Bürger an der Rechtsprechung beteiligt sind. Als Schöffin oder Schöffe sind sie ehrenamtliche Richterinnen und Richter. Sie entscheiden gemeinsam mit Berufsrichterinnen und Berufsrichtern über Verurteilungen und Strafen von Angeklagten. Das Ehrenamt bietet die Chance, an einer entscheidenden Stelle unseres demokratischen Systems wirksam zu sein. 

In Brandenburg bestimmt die Landesverfassung in Artikel 108:

 „An der Rechtsprechung sind Frauen und Männer aus dem Volke als ehrenamtliche Richter […] zu beteiligen.”
 

Recht bekommen in Brandenburg

Immer wieder sind Menschen in Brandenburg mit Gesetzen und Verordnungen nicht einverstanden und ziehen dagegen vor Gericht. Sie klagen gegen die Zeiten des Nachtflugverbots in Schönefeld, gegen Sorgerechtsentscheidungen oder die Straßenausbaubeiträge. Grundstückseigentümer und junge Menschen klagen gegen das Land Brandenburg, weil es hier bisher kein verbindliches Klimaschutzgesetz gibt. Ob die Klägerinnen und Kläger Recht bekommen und die Rechtslage nachgebessert werden muss oder ob die Klage abgewiesen wird, entscheidet das Landesverfassungsgericht.

Wer sind die Personen hinter der Klage? Wie sich Klimaaktivistin Emma, eine der Klägerinnen gegen das Land Brandenburg, in Neuruppin für den Klimaschutz einsetzt, erzählt sie in diesem Videobeitrag.

Lesetipp

Gran, Andreas

Rechtswissen für junge Menschen

Der praxisnahe Guide richtet sich gezielt an junge Menschen und erklärt grundlegendes Rechtswissen für den Alltag. In leicht verständlicher Sprache beleuchtet das Buch zentrale Lebenssituationen – von den Rechten in der Ausbildung über den Umgang mit Geld und Konsum bis hin zu rechtlichen Fragen rund um Internet und Social Media. Es zielt darauf ab jungen Menschen dabei zu helfen Ihre Rechte besser zu verstehen und diese in der freiheitlichen Demokratie zu schützen und zu stärken.

Lesetipp

Nora Markard/Ronen Steinke

Jura not alone

Die Juraprofessorin Nora Markard und der Jurist und Journalist Ronen Steinke zeigen anhand von Beispielen aus zwölf zentralen Rechtsgebieten, wie Veränderungen mit den Mitteln des Rechts gemeinsam erkämpft werden können – vom Klimaschutz über die Geschlechterverhältnisse bis hin zu den Menschenrechten. Leicht verständlich und anschaulich geschrieben, laden sie damit alle, die sich für Politik interessieren, zur Einmischung ein. Denn Jura geht uns alle an.

BLPB, Januar 2026

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