Fremdenfeindlichkeit

Fremdenfeindlichkeit (Xenophobie) ist eine ablehnende Haltung dem gegenüber, was einem selbst fremd erscheint und anders ist als die eigenen Lebensumstände. Fremdenfeindlichkeit bezieht sich meist auf Menschen, die „fremd“ aussehen (z.B. eine andere Hautfarbe haben als man selbst), sich „anders“ verhalten (z.B. eine anderes Sprache sprechen als man selbst) oder etwas anderes glauben als man selbst (z.B. dem Islam oder Judentum angehören).

Fremdenfeindlichkeit kann sich als Ausgrenzung, tätlicher Angriff, systematische Vertreibung bis hin zur Ermordung angeblich Fremder äußern. Fremdenfeindlichkeit ist Bestandteil des rechtsextremen Weltbildes, sie ist aber auch in weiten Teilen der Bevölkerung vertreten, die nicht dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. In der rechten Szene koppeln sich fremdenfeindliche Ideen und Verhaltensweisen mit einem Bekenntnis zur rechtsautoritären Diktatur, Antisemitismus, Chauvinismus, Sozialdarwinismus und mit einer Verharmlosung des Nationalsozialismus.

Lesetipp

Was fremd erscheint, entscheidet der, der Fremdes ablehnt. Das Fremdsein ist also keine Eigenschaft, die jemand tatsächlich trägt. Eine deutsche Staatsbürgerschaft schützt nicht vor Fremdenfeindlichkeit. Deswegen sind die Begriffe Fremden- und Ausländerfeindlichkeit auch mit Vorsicht zu benutzen, da sie die Fremdheit dem Opfer anheften, durch Wiederholung dauerhaft machen und so dem Täter die Entscheidung darüber überlassen, wer fremd ist und wer nicht. 

Im Juli 2013 stellte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung fest, dass die Bereitschaft der Deutschen sinkt, Vielfalt in ihrem Land zu akzeptieren. Die Forscher sahen vor allem in wachsenden Vorbehalten gegenüber Einwanderern ein "Risiko für den Zusammenhalt" der Gesellschaft.

Knapp ein Drittel der Brandenburger (31%) stimmten in der Umfrage von 2004 (Niedermeyer/Stöß) dem ausländerfeindlichen Statement zu: „Wenn Arbeitsplätze knapp werden, sollte man die Ausländer wieder in ihre Heimat zurückschicken.“ Der Umgang mit "Fremden" wird in den kommenden Jahren noch steigen: In Brandenburg werden 2013 mehr als 3.000 Flüchtlinge erwartet (bundesweit mehr als 50.000). Der Politikwissenschaftler Dierk Borstel kritisiert die fehlende Einbeziehung der Bürger vor Ort über die Einrichtung von Flüchtlingsheimen. Fremdenfeindlichkeit werde so durch die Politik befördert.

kb, Juni 2013 (zuletzt aktualisiert von Landeszentrale, August 2013)

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