Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF)

Mit dem Begriff werden feindselige Einstellungen und Abwertungen (Diskriminierungen) erfasst, die Menschen gegenüber bestimmten Menschengruppen vorbringen. Dabei geht es nicht um Feindschaften gegenüber einzelnen Menschen, sondern darum, dass diese als gesellschaftliche Gruppe insgesamt abgewertet werden.

Den jeweiligen Einstellungen werden verschiedene Formen der GMF zugeordnet, die sich in der Praxis wiederfinden, darunter: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, die Abwertung von Homosexuellen (Homophobie), Feindschaft gegen den Islam und seine Anhänger (Islamophobie), die Abwertung von Menschen mit Behinderung, die Abwertung von Obdachlosen und Langzeitarbeitslosen. Auch die klassische Form des Sexismus, in der es um die Überlegenheit des Mannes über die Frau geht, wird dazu gezählt.

Der Begriff ist noch relativ jung. Er wurde 2002 vom Bielefelder Sozialforscher Wilhelm Heitmeyer entwickelt, weil der bis dahin gängige Begriff des Rassismus aus seiner Sicht nicht die gesellschaftliche Realität widerspiegelte.

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Landeszentrale, November 2013

Linktipps

  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland

    Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung

  • "Prolls, Assis und Schmarotzer"

    Mit der Euro-Krise hat sich die "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit", wie Soziologen die Abwertung bestimmter Menschengruppen bezeichnen, ausgedehnt. "Parasiten", "Armutsmigranten" und "faule Griechen": In was für einer Gesellschaft entstehen diese Bilder und wie wirken sie? (Eine Sendung auf Bayern 2, 19.07.15)

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