Schriftzeichen

Die Runenschrift soll die angebliche Überlegenheit der „nordischen Rasse“ demonstrieren. Eine Form, die Frakturschrift, wird als besonders „deutsche“ Schrift verstanden, obwohl gerade sie 1941 im „Dritten Reich“ als „Judenlettern“ verboten wurde.

Runen sind die ältesten germanischen Schriftzeichen. Mit der völkischen Verklärung des Germanentums entdeckten die Nationalsozialisten die von der lateinischen Schrift verdrängten Runen neu und sahen in diesen Zeichen einen wichtigen Bestandteil der „arischen Kultur“.

 

Runenalphabet

Das „Runenalphabet“ (nach der ersten Buchstabenreihe „Futhark“ genannt) unterlag im Laufe der Zeit Veränderungen, was sowohl die Anzahl der Zeichen als auch ihre Form und Benennung betraf.

 

"Sig"- Rune

"Sig"- Rune

Unter der Vielzahl überlieferter Runen aus germanischer Zeit wurden jedoch nur wenige tatsächlich im Nationalsozialismus verwendet und instrumentalisiert.

Am bekanntesten ist die „Sig“-Rune als Kennzeichen des „Deutschen Jungvolks“ (DJ) und – als doppelte „Sig“-Rune – auch Kennzeichen der „Schutzstaffel“ (SS) der NSDAP. Beide sind in Deutschland verboten.

Der Ursprung der § „Sig“-Rune ist umstritten, wahrscheinlich entspricht sie der „Sowulo“-Rune (auch „Sol“-Rune genannt) als Symbol für die Sonne.

 

Doppelte "Sig"- Rune der SS

Doppelte "Sig"- Rune der SS

Die SS verwendete die doppelte „Sig“-Rune in ihrem Abzeichen und machte sich damit die aggressive dynamische Form (Blitz) und die Assoziation mit dem Wort „Sieg“ zu Eigen. 

In der heutigen Zeit verwenden Rechtsextremisten neben der „Sig“-Rune vor allem noch die „Odal“- („Othila“) sowie die „Lebens“- bzw. „Todes“-Rune („Algiz“). „Lebens“- und „Todes“-Rune dienen ihnen oft zur Kennzeichnung entsprechender Geburts- und Todesdaten.

 

Runen

Hinzu kommen Symbole, die aus ursprünglichen Runen abgeleitet worden sind,
zum Beispiel die so genannten Wolfsangeln.

 

Runen


Der seit September 2000 verbotene Personenzusammenschluss „Blood & Honour“ verwendete insbesondere eine an ein abgewandeltes, dreiarmiges Hakenkreuz erinnernde Triskele.

 

Triskele

Eine Strafbarkeit der Verwendung dieser Zeichen ist allerdings nur dann gegeben, wenn sie bei einem unbefangenen Dritten den Eindruck erwecken, es handele sich um Erkennungszeichen einer verbotenen Organisation.

Rechtsextremisten gebrauchen darüber hinaus häufig eine den Runen ähnelnde Schriftform, um so den heidnisch-germanischen Ursprung des deutschen Volkes zu betonen und eine Traditionslinie zu ihrem eigenen vermeintlichen Germanentum zu ziehen.

Eine weitere, heute mitunter in rechtsextremistischen Kreisen gebräuchliche Schriftform, ist die Frakturschrift. Diese Schriftart war vom 16. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum üblich.

BLPB, Juni 2021 (Quelle: Verfassungsschutzbericht Brandenburg 2019)

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Kommentare

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Dass Runen keine wirkliche Schrift waren, sondern primär magische und kultische Zeichen, ist Unsinn. Sie wurden für Grabinschriften genutzt und später auch für die Alltagskommunikation. In einigen Fällen haben sie sogar die lateinische Schrift weiterentwickelt, durch die Differenzierung von U, V und W sowie I und J. Politische Bildung und Bildung sind offenkundig zweierlei.

Hallo Pommes Leibowitz,
vielen Dank, wir haben die Darstellung aktualisiert.
Inwiefern aber besteht ein Zusammenhang mit dem Thema des Beitrags? Dieser stellt die Umdeutung und Verwendung einiger germanischer Schriftzeichen (Runen) im Nationalsozialismus dar und klärt über deren Symbolgehalt in der heutigen rechten Szene auf.
Beste Grüße Ihre Landeszentrale

Da der Beitrag überarbeitet wurde, hat sich mein obiger Kommentar erledigt. Alles gut. Ich bin zwar kein Freund des Verbots von Zeichen (was magisches Denken offenbart), aber natürlich ist es wichtig, über den Missbrauch von Zeichen durch diverse Ideologien zu berichten. Information ist wichtiger und effektiver als Verbote.

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