Traditionen und Bräuche

Osterfeuer, Grützwurst-Ralley oder Tour de Prignitz: Es gibt in Brandenburg einige große Feste und Traditionen. Alle zwei Jahre findet der Brandenburg-Tag statt, die Besucher können auf dem Fest die Vielfalt von Brandenburg entdecken.

Es gibt in Brandenburg einige große Feste. Zum Beispiel den Brandenburg-Tag: Er findet alle zwei Jahre statt. Mit dem Volksfest feiern die Brandenburgerinnen und Brandenburger sich selbst, das Land und seine Gäste. Der Ort ist jedes Mal ein anderer und ist für alle, die dabei sind eine Gelegenheit für zahlreiche Begegnungen. Die Regierung, politische Parteien, Museen, touristische Unternehmen und andere Einrichtungen aus Brandenburg präsentieren sich mit eigenen Programmen. An den vielen Ständen können landestypische Speisen und Getränke entdeckt werden.

Sehr bekannt ist auch das Baumblütenfest in Werder (Havel). Wenn im Frühjahr dort die Obstbäume blühen, kommen Ende April tausende Menschen aus allen Teilen von Brandenburg und Deutschland nach Werder. Das Baumblütenfest ist nach dem Oktoberfest in München das zweitgrößte Volksfest in Deutschland. Seit einiger Zeit wird nach einem neuen Konzept für das Fest gesucht, aber traditionell fahren viele Menschen auch ohne eine zentrale Festorganisation nach Werder.

Zu Ostern lebt in vielen Orten Brandenburgs ein alter Brauch auf: die Osterfeuer, mit denen zugleich das Ende des Winters gefeiert wird.

Im Spreewald feiern die Sorben / Wenden in traditioneller Kleidung ihre Feste. Im Herbst gibt es in den Dörfern viele Erntedankfeste, die das Ende der Ernte feiern. Landwirte und Landwirtinnen stellen Obst und Gemüse aus der Region aus.

Seit einigen Jahren wird am 31. Oktober auch in Brandenburg, wie in ganz Deutschland, Halloween gefeiert. Kinder verkleiden sich und gehen von Haus zu Haus, um Süßigkeiten zu sammeln.

Ob Grützwurst-Ralley oder Tour de Prignitz: Brandenburgs Feste und Traditionen sind vielfältig und es macht Spaß, sie zu entdecken.

Tracht anziehen
© Cornelius Pollmer
Welche Anziehungskraft hat Tradition?

In einer sich immer schneller drehenden Welt tauchen jede Woche drei neue Apps und vier neue Moden auf, sein Leben zu führen. Die  Sorbische Tracht ist das Gegenteil von fast fashion, in vielerlei Hinsicht.
Der Hahn am Traktor
© Cornelius Pollmer
Danach kräht kein Hahn mehr

Das Hahnrupfen geht zurück auf eine Zeit, in der Glaube und Aberglaube das Leben weitaus mehr prägten als Wissenschaft und technischer Fortschritt.
Weihnachtsmannfiliale Himmelpfort

Himmelpfort in der Uckermark ist berühmt, weil es ein eigenes Postamt für den Weihnachtsmann gibt. Kinder aus aller Welt schicken ihre Wünsche an den Weihnachtsmann dorthin. 

Lesetipp

BLPB, Januar 2021

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Kommentare

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Schade ist, daß sich wirklich regionale Traditionen augenscheinlich leider nur bei den Wenden in der Lausitz ins Heute gerettet haben. Vielleicht auch als Ergebnis langanhaltender Ausgrenzung und Diskriminierung. Der Rest Brandenburgs hat sich im ausgehenden 19. Jahrhundert einfach nur zu einem beliebigen Einerlei "eingedeutscht". Das Regionale wich dem Nationalen. Die Bedeutung und das Wesen der realen Heimat wich einer übergeordneten Fiktion.

Traditionen sind eigentlich eine regionale Angelegenheit. Regionale Traditionen sind nie chauvinistisch, überheblich, ausgrenzend oder diskriminierend. Das vermag nur das Nationale. Trachten, z.B., sind etwas rein Regionales, es gab sie eigentlich in jeder Ecke Brandenburgs. Im Fläming, Im Teltow, im Havelland etc..

Auch sprachlich herrschte eine nicht geringe, regionale Vielfalt. Während den meisten Brandenburgern heute nur noch das Niedersorbische als sprachliche Varietät einfällt, ist z.B. das Niederdeutsche, also Platt, fast vollständig in Vergessenheit geraten. Und Platt war nicht nur eine Sprache an den nördlichen Rändern Brandenburgs. Platt war die eigentliche Alltagssprache in weiten Teilen des ländlichen Brandenburgs. So gibt/gab es eben auch das Fläminger und das Teltower Platt. Auch das heutige Brandenburgisch/Märkisch sollten wir als regionale Mundart und Teil der jüngeren Tradition etwas stärker würdigen. Det is nich schlümm, wenn sich een Brandenburja so anhört, wiea sich numa anzuhörn hat.

Und auch was die Bräuche betrifft, so führte die Brandenburger Vielfalt einst zu schönen Vermischungen bzw. Übernahmen. Das ursprünglich wendisch-sorbische Zampern war noch bis ins 19. teilweise auch noch im 20. Jh. eine fast brandenburgweite Angelegenheit. Heute gilt Zampern wieder nur als rein sorbische Veranstaltung. Vielleicht auch, weil es seit der Mitte des 19. Jh., in der Zeit der "Deutschwerdung", als slawisch besudelt aus dem Repertoire des Brandenburger Brauchtums verdrängt wurde und ab da dann wieder als rein sorbisch-wendisch angesehen wurde.

Diese Ansicht hat sich leider bis heute gehalten, nun aber wohlwollend und von der einen oder anderen sorbisch-wendischen Institution auch durchaus so gewollt aber letztendlich trotzdem falsch. Es war sehr lange ein wirklich Brandenburger Brauch.

Zampern wäre zum Beispiel auch eine schöne, regionaltypische Alternative zum sonst üblichen Imitieren von Szenen amerikanischer Film- und Serienblockbuster (Halloween) mit fast gleicher Intention und Optik, nur die Gaben wären etwas gesünder, billiger, das gemeinsame Verarbeiten der Gaben schöner und die Jahreszeit eine andere... aber rein optisch ist es fast das Gleiche.

Tradition, wenn sie in der Region verwurzelt ist - und nur dann ist sie vielleicht auch Tradition zu nennen, hat meiner Meinung nach also ganz bestimmt eine anziehende Wirkung. Sie ist Ankerpunkt einer sympathischen Identität und ein Moment der inneren Ruhe und des Ausgleichs. Sie entspannt....

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